2014

Dezember 2014

 

 

Meine Lieben in der Heimat!


Soeben habe ich einen Adventskranz und Gestecke f├╝r unsere Kirche und Hauskapelle fertig gemacht. Dabei ist mir erst richtig bewu├čt geworden, da├č es h├Âchste Zeit ist, um einen Weihnachtsgru├č an meine Lieben ├ťbersee zu senden. Leider wird es in diesem Jahr nicht viel mehr werden, denn durch meine lange Krankheit war ich fast acht Monate von Loreto weg. Nun, da ich zur├╝ck bin, gibt es unheimlich viel Arbeit aufzuholen, wobei mein geschw├Ąchter K├Ârper noch nicht so mitmacht wie ich es gerne m├Âchte. Mit der Regenzeit sieht es heuer schlecht aus. Soweit hatten wir erst zwei kleine Schauer, aber eine st├Ąndige Hitze von 30-35 Grad im Haus. Drau├čen ist es wie in einem Backofen. Unseren Kindern scheint dies nichts auszumachen, denn sie laufen und toben zu jeder Tageszeit im Freien herum. In ein paar Tagen bekommen wir Schulferien und die meisten der Kinder werden bis kurz vor Weihnachten bei Verwandten sein. Diejenigen die keine Angeh├Ârigen heben, sind im Kwekwe Kinderheim oder bei Freunden eigeladen.
Wir ALLE in Loreto w├╝nschen Ihnen eine gesegnete Zeit und das die Freude ├╝ber die Geburt des menschgewordenen Gotteskindes immer mit Ihnen ist. An der Krippe werden wir im Gebet verbunden sein - vielleicht sind die Kleinen nicht recht and├Ąchtig dabei, aber es kommt bestimmt von Herzen!
Ich bedanke mich ganz herzlich f├╝r die Liebe und Unterst├╝tzung die ich in diesem Jahr erfahren und erhalten habe. M├Âge Gott es Ihnen reichlich lohnen!


Ihre dankbare,

Sr. Julia Lenze O.P.
 

2013

Dezember 2013

 

 

Meine lieben Freunde in der Heimat!


Bei einer wochenlangen Hitze von 32 Grad im Zimmer und an die 40 Grad drau├čen, ist es ungew├Âhnlich, die Gedanken auf Weihnachten zu konzentrieren. Der Kalender dagegen zeigt, da├č es nur noch wenige Wochen bis zum Fest sind, auf das sich unsere Kinder und viele arme Leute schon lange freuen. An Geschenken fehlt es uns nicht, denn wir sind ├╝bers Jahr reichlich mit Geld, Kleiderpaketen sowie Spielsachen und S├╝├čigkeiten beschenkt worden. Wie sch├Ân w├Ąre es, wenn Sie liebe Spender bei den verschiedenen Weihnachtsbescherungen dabei sein k├Ânnten! Wir danken ganz herzlich f├╝r Ihre Hilfe und beten f├╝r Sie, da├č der gute Gott Ihnen lohnen m├Âge, was Sie f├╝r uns getan haben. Eigentlich sollten wir jetzt die ersehnte Regenzeit haben,doch leider sind keine Wolken in Sicht. Es ist sicher, da├č uns ein weiteres D├╝rrejahr bevorsteht. In manchen Gegenden gehen die Kinder wegen Hunger nicht mehr zur Schule. Unsere ÔÇťarmeÔÇŁ Regierung hat kein Geld um dem Volk zu helfen! Wie im vergangenen Jahr haben wir im September mit der Schulspeisung f├╝r bed├╝rftige Grundschulkinder angefangen. Diese wird f├╝r ein Jahr vom Kindermissionswerk (Sternsinger) finanziert. Somit erhalten an die 200 Personen t├Ąglich eine gute Mahlzeit. Etwa alle zwei Monate fahre ich zum Gro├čeinkauf nach Gweru. Dazu organirsiere ich einen Lastwagen um die Tonnen Maismehl und andere Lebensmittel zu transportieren. An der 85km langen Stra├če ist schon lange nichts mehr gemacht worden, somit gibt es ├Âfter eine Panne. So auch letzte Woche. Das Kugellager am linken Vorderrad ist ruiniert. Die Ersatzteile f├╝r zwei neue konnten wir nur in Harare bekommen - der Preis: 1,450.00 US$. Ein fr├╝herer Sch├╝ler von mir hat die Reparaturen unentgeltlich gemacht. Als Gegenleistung bekommt er ein gebratenes Karnickel, welches er gerne i├čt. Ansonsten gibt es wenig Neues zu berichten, doch eint├Ânig ist mein Leben keineswegs. Unsere Kinder sorgen laufend f├╝r ├ťberraschungen und Abwechselung. Am 9. August haben wir via dem Krankenhaus sechs tagealte Zwillinge bekommen. Die Mutter der Kleinen hat die Kinder allein in der H├╝tte entbunden und ist dabei verblutet. Nachbarn fanden die tote Frau und die beiden lebenden M├Ądchen - Martha und Mary - die sie zu uns ins Krankenhaus brachten. Mary war besonders schwach und ist trotz aller Liebe, Pflege und ├Ąrtzlicher Hilfe am 30. Sept. gestorben. M├Âge sie mit ihrer Mama im Himmel vereint sein! Ich w├╝nsche Ihnen alles Gute und Gottes reichsten Segen. M├Âge der beiliegende Bilderbericht erg├Ąnzen, was ich zu schreiben vergessen habe.


In herzlicher Verbundenheit gr├╝├čt Sie,

Sr. Julia Lenze O.P.

2012

Dezember 2012

 

 

Meine lieben Freunde in der Heimat!
 
Ein anderes Jahr ist vergangen mit vielen Freuden und manchen Schwierigkeiten. Unsere Freude hatten wir meistens von den Kindern, bis auf den kleinen Anton, der uns beinahe gestorben waere. Wie gut, dass wir Schw. Fadzai haben, die erste Hilfe leisten konnte, bei einer eingefallenen Fontanella. Viele afrikanische Kinder haben das. Eine afrikanische Frau aus der Gegend, wurde zu Hilfe gerufen, weil unsere westliche Medizin versagte, Sie wusste wie man mit gewissen Fetten und Asche so etwas heilt und es hat geholfen! Jetzt ist Anton wieder unser Sonnenschein. Sie koennen ihn auf der Weihnachtskarte sehen.

Mit der Arbeit im Garten und bei den Tieren hatten wir im allgemeinen Erfolg. Wir hatten immer frisches Gemuese und einen groesseren Gewinn vom Verkauf als in vergangenen Jahren.Wir hatten auch einige Niederlagen, besonders im 'Winter' mit Frost im Juli. Im 'Sommer', in der schrecklichen Oktober Hitze, Ungeziefer in der Form von kleinen Kaefem, frass in drei Tagen unseren grossen Garten kahl. Diese Rueckstaende kosteten uns einige Wochen harter Arbeit, bis wir wieder ernten konnten.

Von unseren Tieren kann ich berichten, dass unsere Ziegenherde auf 15 angestiegen ist und heute werden zwei geschlachtet. Vor kurzem hat eine Ziege ihr Junges im Busch geboren und der alte Hirte kam, mit dem neu-geborenen auf dem Arm und rief mir schon von weitem zu, "Schwester, wieder ein Bulle!" (Wir haben schon mehr Boecke als Geissen). Ich musste laut lachen bei seiner Bemerkung. Mit dem ersten Regen hatten unsere Kinder ihre helle Freude als sie Fussknoechel tief im Schlamm waten konnten, aber die Waschfrau nicht, so pflasterten wirden ganzen Hof. Jetzt brauchen wir weniger Waschpulver aber mehr Pflaesterchen!

Ich muss mich entschuldigen, dass dieses Jahr die Weihnachtspost so spaet ankommt. Ich bin mit all der Arbeit schon wochenlang allein, weil meine zwei afrikanischen Mitschwestem beide fort sind, die eine macht einen Kurs in England und die andere ist auf verlaengerten Urlaub abwesend. Zum Schluss noch ein ganz herzliches Vergelt's Gott! Fuer Ihre unermuedliche Hilfe, finanziel und materiel, und besonders fuers Gebet. Das uns ganz bestimmt in vielen Schwierigkeitenbeigestanden und ermutigt hat. Sie koennen auch sicher sein, dass wir, gross und klein auf der Mission, fuer Sie beten. Erst letzen Samstag hatten wir eine heilige Messe fuer alle unsere Wohltaeter, bei der alle Kinder anwesend waren.
 

Mit lieben Gruessen, Ihre dankbare

Sr. Julia Lenze O.P
 

2012

April 2012

 

 

Liebe Freunde in der Heimat!

Endlich habe ich unsere 34 Studenten und Grundschulkinder f├╝r 2012 in verschiedenen Schulen und Fachschulen untergebracht und mit Uniformen, B├╝chern und dem n├Âtigen Schreibmaterial versorgt. F├╝r die grossen M├Ądchen mussten wir so manche weite Fahrt machen, um einen Studienplatz f├╝r sie zu bekommen. Gott sei Dank hat sich unsere M├╝he gelohnt. Nun kann ich mir eine Verschnaufpause g├Ânnen. Zu diesem Zweck bin ich f├╝r ein paar Tage in Bulaway, wo ich ungest├Ârt Briefe schreiben kann.
Inzwischen sind wir am Ende der Fastenzeit angelangt. Eigentlich sollte ich mich ganz auf Bu├če konzentrieren, leider werde ich durch die versp├Ąteten Weihnachtsbriefe und -pakete abgelenkt, die monatelang beim Zoll festgehalten wurden. Beim Auspacken der Pakete kommt die Versuchung, die guten Schnuckereien zu probieren. F├╝r unsere Kinder ist es gleich, ob sie zu Ostern bunte Ostereier oder einen Schokolade-Nikolaus erhalten, solange es etwas S├╝├čes ist.
Bis auf kleine Wehwehchen geht es unserer Kinderschar recht gut. Seit Baby Joyce von einem Kinderarzt in Harare behandelt wird, macht sie zusehend Fortschritte. Vielleicht ist ihre Behinderung nicht so schlimm, wie wir es bef├╝rchtet hatten. Mit dem Arzt haben wir es gut getroffen, er ist nicht nur t├╝chtig, sondern auch grossherzig, er verlangt keine Bezahlung f├╝r die Behandlungen. Auch so etwas gibt es noch in Zimbabwe!
An den kleinen Kindern haben wir viel Freude, dagegen gibt es bei den Grossen Sorgen und Entt├Ąuschungen. So kam Sekai, 17 Jahre alt, schwanger aus Gokomere zur├╝ck. Sie machte dort eine zweij├Ąhrige Ausbildung als B├╝rohilfe. Sekai war ein-einhalb Jahre alt, als wir sie mit ihrem Bruder und einer Cousine zu uns auf die Station holten. Ihre Mutter war geisteskrank, der Vater unbekannt und die Grossmutter Alkoholikerin. Die Oma war oft tagelang von zu Hause weg und wanderte von einem Dorf zum anderen, wo Bier gebraut wurde. Die Kinder waren auf sich selbst angewiesen. Die Nachbarn hatten uns auf diese Situation aufmerksam gemacht und mit Hilfe der Polizei kamen die drei zu uns. Inzwischen sind die Mutter, Oma und zwei Tanten von Sekai verstorben, wodurch Sekai niemand in der Familie hat, die sie in diesem Zustand aufnehmen w├╝rde. Jetzt ist sie bei uns und ich werde in K├╝rze "ungewollte Grossmutter".
Wir hatten einen recht wechselhaften Sommer, mit anhaltender Hitze und wenig Regen. In vielen Gegenden von, Zimbabwe gibt es eine Mi├černte und Hunger. So geht der Teufelskreis von Armut, Krankheit und Unterdr├╝ckung in unserm sch├Ânen Zimbabwe weiter. M├Âge Ostern uns alle neue Hoffnung geben! Ich w├╝nsche Ihnen ein frohes Fest und Gnade vom auferstandenen Herrn.

Mit lieben Gr├╝├čen verbleibe ich Ihre dankbare,

Sr. Julia Lenze
 

2012

Februar 2012

 

 

Meine lieben Freunde in der Heimat!

Morgen mu├č ich mit unserer kleinen Joyce nach Harare zum Arzt. Da bietet sich eine Gelegenheit, Post auf dem Schnellweg nach Deutsch land zu schicken. So sende ich Ihnen heute nur einen kurzen, aber ganz lieben Gru├č!
Endlich haben wir einige gute Schauer Regen bekommen, doch leider haben die Gewitter jedesmal die Stromleitung lahm gelegt. Wenn das passiert, m├╝ssen wir immer zwei bis drei Tage warten, bis der Fehler repariert ist - unsere Freude ist oft nur von kurzer Dauer! Es ist ein Handikap, tagelang ohne Strom zu sein! Unsere W├Ąsche haben wir vor einer Woche mit der Hand gewaschen und kann heute endlich geb├╝gelt werden. Trotz aller Unannehmlichkeit freuen wir uns ├╝ber den kostbaren Regen, der sich immer mit sch├Ânen Sonnenschein abwechselt. Ich versuche, Ihnen zu Ostern mehr von hier zu berichten.
Mit den besten W├╝nschen, Ihre dankbare,

Sr. Julia Lenze
 

 

 

 

2011

Dezember 2011

 

 

Liebe Freunde in der Heimat!

Es ist schon lange her, dass ich zuletzt geschrieben habe. Aber wenn einem von fr├╝h bis sp├Ąt laufend Anforderungen gestellt werden,ist es kaum m├Âglich ans Schreiben zu denken. Jeder Tag bringt neue, sch├Âne, und oft auch aufregende Dinge, und ehe ich es richtig begriffen habe, ist wieder ein Monat vorbei. Somit sind wir am Ende des Jahres angelangt. Heute aber bleibe ich fest auf meinem Stuhl sitzen, um Ihnen die wichtigsten Ereignisse aus Loreto mitzuteilen.
Die kalte Jahreszeit brachte sch├Ądlichen Frost, danach kam grosse Hitze und D├╝rre und jetzt kaum Regen. Diese Umst├Ąnde haben eine Hungersnot zur Folge. Da unser "grosser Herr" alle Hilfelieferungen blockiert hat, k├Ânnen wir das gute Werk "Die Hungrigen speisen" nur durch Ihre tatkr├Ąftige Unterst├╝tzung fortsetzen. So darf ich Ihnen, im Namen aller Empf├Ąnger, ein herzliches "Vergelts Gott" sagen.
Die Obstb├Ąume, die vom Frost zerst├Ârt wurden, haben wir inzwischen neu angepflanzt. Nur werden wir ein bis zwei Jahre warten m├╝ssen, bis wir wieder ernten k├Ânnen. Im Kinderheim musste der Dachstuhl erneuert werden, da die Termiten das Dach der Schlafs├Ąle zerst├Ârt hatten. Wochenlang mussten die Kinder zusammengepfercht leben. Zum Gl├╝ck hatten wir das neue Haus, wo sie Unterschlupf fanden. Darum war es ein um so freudigeres Ereignis, als sie wieder zur├╝ck in ihre renovierten Schlafs├Ąle kommen konnten.
Der erste Sturm hat die elektrischen Dr├Ąhte durchgeschlagen und zwei Masten gef├Ąllt. Der Klimawandel macht sich also auch bei uns bemerkbar mit verst├Ąrkten Ungewittern. Eine Woche lang hatten wir keinen Strom, bis alles wieder repariert war. Doch auch danach haben wir das alte Elend: hinterh├Ąltige Stromsperren lauern immer noch auf uns, zu jeder Tages- und Nachtzeit.
Unsere Tierhaltung bringt uns besonders viel Freude, weil wir dadurch extra Fleisch f├╝r unsere Waisen haben. Unsere Kinder, im Gegensatz zu den Tagessch├╝lern der Umgegend, sind gut gen├Ąhrt. War das vielleicht einer der Gr├╝nde, warum die meisten von ihnen bessere Zeugnisse erhielten am Jahresende? F├╝nf waren sogar die "Ersten der Klasse". Aber f├╝r manche von unseren Kindern ist das Pensum der h├Âheren Schule zu schwer und nach Abschluss der Grundschule werden wir sie nach Matibi, einer anderen Mission mit Haushaltungsschule schicken, um dort den zweij├Ąhrigen Haushaltungskurs zu machen und sie so aufs Berufsleben vorzubereiten.
Zu Begin der Ferien gingen fast alle Kinder zu ihren Verwandten, aber einige sind schon nach zwei Tagen wieder zur├╝ckgekommen, weil sie ungewollt waren.Sie sind froh wieder hier zu sein, und zufrieden dass sie Ziegen h├╝ten k├Ânnen und sich dabei einer guten Verpflegung sicher sind, die sie bei ihren Verwandten nicht hatten.
Ich sage Ihnen nochmals herzlichen Dank f├╝r Ihre Mithilfe: Ihr Gedenken im Gebet und Ihre materielle Unterst├╝tzung, ohne die es uns nicht m├Âglich gewesen w├Ąre die Not vieler armer Menschen zu lindern. Ich w├╝nsche Ihnen und Ihren Lieben Gottes Schutz und Segen! Im Gebet verbunden gr├╝sst Sie,

 

2011

August 2011

 

 

Meine Lieben Freunde in der Heimat!


Langsam verl├Ąsst uns der Winter, der in diesem Jahr aussergew├Âhnlich kalt war, und Menschen, Tieren und G├Ąrten arg zugesetzt hat. Ich habe mich f├╝nf Wochen mit einer b├Âsen Grippe und Stirnh├Âhlen-entz├╝ndung herumgeschleppt, von der ich mich inzwischen erholt habe. Nur sind dadurch viel Arbeit und Korrespondenz liegen geblieben, die aber jetzt bei sch├Ânem Sonnenschein und W├Ąrme leichter von statten gehen. Auch die Naturerwacht zu neuem Leben! Das erfrorene Laub auf den B├Ąumen f├Ąllt ab und hier und da zeigt sich das neue Gr├╝n. Besonders unser Obstgarten hat soweit ganz trostlos ausgesehen. Es werden einige Monate vergehen, bis wir wieder Obst ernten k├Ânnen.

Da fast ganz Zimbabwe unter Frost gelitten hat,ist es im Augenblick schwierig, frisches Gem├╝se zu kaufen, f├╝r unsere Waisenkinder und die ├╝brigen armen Leute f├╝r die wir t├Ąglich kochen. Auch das Futter f├╝r unsere sieben Ziegen und mehr als 100 Karnickel ist ziemlich knapp. Eine Ziege hat vergangene Woche "Zwillinge" bekommen, zwei weitere sind tr├Ąchtig. Im Garten haben wir ein St├╝ck Luzerne anges├Ąt damit wir demn├Ąchst gen├╝gend Gr├╝n-Futter f├╝r die Tiere haben. Leider kann der Garten nur sp├Ąrlich bew├Ąssert werden, weil nur ein einziges Borloch das Kinderheim, unser Haus und die G├Ąrten versorgen muss.

Anfang April haben wir mit der Installation einer Solarpumpe angefangen. F├╝r mich geht das Projekt zu langsam vorw├Ąrts. Zwei grosse Wasserbeh├Ąlter wurden schon im Mai aufgestellt, aber die Pumpe und weitere kleine Teile f├╝r den Anschluss sitzen noch fest beim Zoll an der Grenze von S├╝dafrika. Hier braucht man Nerven wie Drahtseile, wenn man mit Unternehmern und Handwerkern zu tun hat. Leider hat mir der Herrgott solche nicht geschenkt. N├Ąchste Woche kommt eine Gruppe Schreiner und Dachdecker aus Gweru um den Dachstuhl von einem der H├Ąuser zu erneuern. Erst als eine Stromleitung unter dem Dach verbessert wurde, hat man festgestellt, dass Termiten ein grosses Fest an den morschen Balken hatten. Es besteht die Gefahr, dass das Dach bei den kommenden St├╝rmen im Oktober/November einst├╝rzen kann. Einer solchen Gefahr wollen wir unsere Kinder nicht aussetzen. Diese freuen sich, dass sie wie in einem Zeltlager ihr Quartier im Speisesaal aufschlagen d├╝rfen.

Jetzt in den Ferien sind eine Reihe Kinder bei Verwandten. Die Geschwister, Lucia und Elphias, kamen schon nach einer Woche schmutzig, ausgehungert und mit Kr├Ątze zur├╝ck. Zu Begin der Schulferien wollen immer alle Kinder "nach Hause". Ausser drei M├Ądchen, die beim Onkel oder Vettern nicht sicher sind, d├╝rfen sie auch alle f├╝r zwei Wochen heim. Sie kommen immer freudestrahlend zur├╝ck und freuen sich auf den Tag, an dem wir eine besondere Messe f├╝r unsere Wohlt├Ąter haben. Danach werden die Geburtstage vom jeweiligen Quartal mit Festessen, Spielen und Tanzen gefeiert.
Wir denken aber nicht nur dreimal im Jahr an Sie, sondern beten t├Ąglich f├╝r Sie und Ihre Anliegen.

Wir danken Gott, dass Er uns so gute Menschen gesandt hat, die manchen Kindern und armen Leuten Freude und neue Hoffnung geben. M├Âge Gott Ihr Lohn sein. In tiefer Verbundenheit gr├╝sst Sie ganz herzlich, Ihre dankbare

Sr. Julia Lenze O.P.

 

 

 

2011

Februar 2011

 

 

Liebe Freunde in der Heimat! 

Die Weihnachtsfeierlichkeiten sind vorbei, dass neue Jahr hat angefangen und unsere 32 Kinder im Schulalter , sowie viele Kinder in den umliegenden D├Ârfern, sind f├╝r das neue Schuljahr ausgestattet. Um Geld zu sparen, wurden S├Ąume verl├Ąngert ,und zerrissene ├ärmel und Kr├Ągen erneuert.

W├Ąhrend der vielen Weihnachtsvorbereitungen bekamen wir einen Anruf aus Harare, dass ein ganzer Container mit Suppenp├Ąckchen angekommen sei. Die Suppenp├Ąckchen wurden ├╝ber ganz Harare an Arme verteilt und sogar Loreto, 300 km weit weg, bekam ein ganzes Auto voll. Dies war f├╝r uns ein willkommenes Geschenk f├╝r die Armen, die es gern zusammen mit dem trockenen Maisbrei essen.
W├Ąhrend der Ferien halfen unsere Kinder auf dem Maisfeld und hielten es sauber. Daf├╝r werden sie jetzt belohnt. Sie k├Ânnen fast jeden Tag einen gekochten Kolben von frischem Mais essen.

Wir hatten 4 Wochen ununterbrochenen Regen. Des Unkraut im Garten ist jetzt h├Âher als das Gem├╝se. Trotzdem danken wir Gott f├╝r gen├╝gend Grundwasser in den trockenen Monaten.

Im Kinderheim haben wir 5 mal Zuwachs bekommen, darunter ein gehbehindertes M├Ądchen und ein 3 Monate altes Baby. Die Mutter starb am 20. Januar. Der junge Vater brachte Joyce (der Name des Babies) von etwa 50 Km weit weg, am 24. Januar per Anhalter und auf Umwegen, weil der Gweru Fluss nicht passierbar war wegen dem vielen Regen. Durchn├Ąsst bis zu den H├╝ften, mit dem kleinen B├╝ndel auf dem Arm kam er hier an. Die Kleine trank zwei Fl├Ąschchen Milch, so hungrig war sie. Der Po war statt braun, ganz rot, weil man die Windeln nicht gen├╝gend gewechselt hatte. Zum Gl├╝ck hatte ich eine Dose Penaten Creme aus Deutschland. jetzt aber ist alles wieder in Ordnung. Joyce ist ein ruhiges und freundliches Kind. Alle Kinder m├Âgen die kleine ausser Tatenda, der bisher das Nesth├Ąkchen war.

Wir haben 40 Legeh├╝hner aus Harare geholt. Eins hat die lange Fahrt von 4 Stunden nicht ├╝berstanden. Unsere Kleinen kommen jeden Tag und schauen, ob sie schon Eier gelegt. haben.

Dies sei f├╝r heute genug. Ich m├Âchte Sie nur noch wissen lassen, dass durch Ihre Hilfe und Unterst├╝tzung wir viel Freude schenken konnten.

Tausend Dank! und Gottes Segen,

Sr. Julia Lenze O.P

2010

November 2010

 

 

Liebe Missionsfreunde!

Ehe das Jahr 2010 zu Ende geht, m├Âchte ich Ihnen noch ein paar Zeilen schreiben und mich f├╝r Ihre finanzielle und materielle Hilfe bedanken. Nur mit dieser Unterst├╝tzung war es m├Âglich, unsere karitative Arbeit in der hoffnungslosen Situation in Zimbabwe weiterzumachen. Neben Hungrige zu speisen, kranke, mittellose Menschen medizinisch zu versorgen und Arme zu bekleiden, haben wir es geschafft ein neues Haus f├╝r unsere Waisenkinder zu bauen. Dieses Haus wurde haupts├Ąchlich von Sternstunden, Rotary Club, Nagold und meinem Heimatbischof, Bischof K├Ânig finanziert. Bis es soweit wer, gab es viele Hindernisse. Rechnungen ├╝berstiegen die Kalkulationen um ein Vielfaches. Termine von Bauherren und Firmen wurden nicht eingehalten und Versprechen nicht eingel├Âst.

Um so gl├╝cklicher waren wir und unsere Kinder am 30. Oktober 2010, als wir die Er├Âffnung des Neubaus mit einem feierlichen Gottesdienst f├╝r unsere Wohlt├Ąter begehen konnten. Unsern ganz herzlichen Dank Euch Allen, die es m├Âglich gemacht haben, dass wir jetzt eine Innenk├╝che haben, anstatt draussen, auf offenem Feuer kochen zu m├╝ssen, dass die Kinder im Studierraum ihre Schulaufgaben machen k├Ânnen, was ├╝ber die letzten Jahre alles im Freien oder auf offener Veranda getan werden musste, oder bei Regen im Schlafsaal.

Um meine Schreibereien etwas abzubauen, bin ich f├╝r ein paar Tage nach Bulawayo 'gefl├╝chtet'. Die Schwestern sind immer sehr hilfsbereit mit Fotokopieren, usw.. In Loreto m├╝ssen wir fast jeden Tag ohne Strom auskommen. Wenn der Strom dann so gegen 10 Uhr abends wieder da ist, habe ich keine Energie mehr um mich an den Schreibtisch zu setzten, besonders nicht bei dieser erm├╝denden Hitze. In meinem Zimmer sind es meistens 28 - 30 Grad Celsius. Als wir vergangene Woche 4 1/2 Tage lang ohne Strom waren, hat sich der liebe Gott erbarmt und zwei Schauer Regen geschickt, die ersten zur beginnenden Regenzeit. Die haben die Pflanzen in unseren G├Ąrten gerettet.

Da wir manches Material vom bauen des Kinderheims ├╝brig haben, gibt es in K├╝rze einen H├╝hnerstall. Weil ich selber die 'Bauherrin' bin und ich nicht auf einen Bauherren angewiesen bin, werden wir bis Ende November fertig sein. Wir fangen mit 30 Legh├╝hnern an. Unsere Kaninchenzucht hat sich bisher gut gelohnt. Wir haben immer 60 - 70 Tiere im Stall. Wenn unsere kleinen Waisen zum Konvent kommen, dann laufen sie immer zuerst zum Hasenstall, wo sie dann f├╝r eine gute Zeit besch├Ąftigt sind. Die lebenden H├╝hner werden sie sicherlich nicht m├Âgen, aber das Fleisch und die Eier.

Bis zum n├Ąchsten Wiederh├Âren, gute W├╝nsche und Gottes Segen, Ihre dankbare,

Sr. Julia Lenze O.P.

2010

Mai 2010

 

 

Meine lieben Freunde in der Heimat!

In den vergangenen Monaten hat sich so manches angesammelt, wof├╝r ich Ihnen schonn lange ein "Dankesch├Ân" schulde. Wie es scheint, sind die Tage in Loreto k├╝rzer als woanders, denn ich schaffe es einfach nicht, mal ein paar Stunden am Schreibtisch zu sitzen. So bin ich gestern nach Bulawayo gefahren und habe den Loreto Sorgen und Freuden f├╝r einige Zeit "adieu" gesagt. Hier kann ich in aller Ruhe mein Gewissen von den Schreibschulden befreien.

Trotz des langen Schweigens haben wir Sie nicht vergessen und jeden Tag f├╝r Sie gebetet. In der Woche nach Ostern haben wir mit unseren Waisenkimdern eine Messe f├╝r alle unsere Helfer in der Heimat gefeiert. Dreizehn Kinder die im ersten Jahres Quartal ihren Geburtstag hatten, bekamen einen  'Ehrenplatz' im Chorraum. Zur Opferung durften sie einen Zettel mit den Namen unserer Wohlt├Ąter in ein K├Ârbchen legen und sie dem Priester ├╝bergeben. Er und die Kinder haben Ihre Anliegen in Bittgebeten Gott vorgetragen. Felicitas, (schwer AIDS krank) unsere letzte Neueaufnahme im Heim, schlo├č sich der kleinen Prozession an. Sie trug eine gro├če Kerze aus Alt├Âtting, die w├Ąhrend der Messe vor dem Altar zum Gedenken aller unserer Wohlt├Ąter brannte, die Gott in die himmlische Heimat geholt hat.

Felicitas ist neun Jahre alt und ein ganz besonderes Kind. Wir sind auf sie aufmerksam gewordon, weil sie wochenlang nicht zur Schule kam. Ihre Schwester in der 6. Klasse erz├Ąhlte einer Mitschwester, da├č Felicitas sehr krank sei und sie nicht genug zu Essen h├Ątten und die Mutter nur selten zu Hause sei, Daraufhin sind drei Lehrerinnen mit unserm Auto in das Dorf der Kinder gefahren und fanden das Kind alleine in der H├╝tte. Vom st├Ąndigen Erbrechen und Durchfall war sie nur noch Haut und Knochen und sie war zu schwach, um sich alleine aufzurichten. Nach einigen Erkundigungen fand man die Mutter, die uns gerne die Erlaubnis gab, die Kleine zu uns zu nehmen. Da das M├Ądchen dem Tode n├Ąher war als dem Leben, mu├čte sie erst f├╝r einige Zeit ins Krankenhaus, um die n├Âtigen Medikamente ordnungsgem├Ą├č einzustellen. Sr. Fadzai hat das mit viel Liebe und Geduld getan.

Zu Ostern hatte sich Felicitas so gut erholt, da├č sie die Osterfeier mitmachen konnte und als Einzige getauft wurde. Nach der Taufe ging der Priester mit Felicitas und ihrer Patin zum Altar, wo die ganze Kongregation sie sehen konnte. Mit ihrer brennenden Kerze in der Hand strahlte sie die Anwesenden an. Man sah, da├č Gott ihr neues Leben geschenkt hatte. Manches Auge wurde feucht, als die Kleine an der Hand von Sheron, ihrer Patin (auch "ein Waisenkind, dass nach dem Besuch der Haushaltungsschule jetzt das dritte Jahr im Kinderheim arbeitet) durch den langen Mittelgang der Kirche ging und zu mir kam Sie, legte ihren Kopf an meine Schulter und schaute mich gl├╝cklich an. Inzwischen hat sich Felicitas so gut erholt, da├č sie wieder zur Schule geht und mit den andern Kindern spielen kann.

Politisch hat es in unserem sch├Ânen Land keine Fortschritte gegehen. Wir sind immer noch stunden- und tagelang ohne Strom und Telefonverbindung. ├ťbers Wochenende haben die pl├Âtzlichen Stromsperren unsere beiden Bohrl├Âcher zum Stillstand gebracht. Bei einem ist der Motor ausgebrannt und bei dem zweiten die ganze Schaltanlage. F├╝r das Letztere habe ich in Gweru die n├Âtigen Ersatzteile bekommen und es wurde gleich am andern Tag repariert. Leider konnten wir keinen Gebrauch davon machen, weil 3 km von unserer Station die Hauptleitung kaputt war. Das Krankenhaus, die Gesch├Ąfte und unsere ganze Station waren f├╝nf Tage ohne Licht und Wasser.

Die Verantwortlichen in Kwekwe verlangten mit dem Auto geholt zu werden. Als sie an der besch├Ądigten Stelle ankamen, hatten sie kein Werkzeug und keine Leiter. Unverrichteter Dinge wurden die Arbeiter wieder nach Kwekwe zur├╝ck gebracht. Ich h├Âre mir nur noch die Berichte unserer Gartenarbeiter an, wie traurig es in unserem Gem├╝segarten aussieht. Ich gehe gar nicht mehr hin und schaue nach. Zur Zeit habe ich soviele andere Aufgaben zu bew├Ąltigen, da m├Âchte ich mein Herz und meine Nerven f├╝r wichhigere Dinge schonen.

Der Neubau f├╝r das Kinderheim und die Erweiterung der Waschr├Ąume f├╝r die Buben werden zur Zeit verputzt. Danach bekommen alle R├Ąume Betonb├Âden. Daf├╝r werden viele S├Ącke Zement und eine gro├če Menge Wasser gebraucht in der "Wassernot" haben wir das Wasser in Tonnen mit einem Lastwagen von dem 3 km weit entfernhen Gweru Flu├č geholt. Unsere beiden Waschfrauen hatten dann Gelegenheit, die Strecke mitzufahren und brauchten die Wannen voller W├Ąsche der 40 Kinder nicht mit dem Schubkarren zum Flu├č schieben. Ansonsten gehen die Arbeiten am Kinderheim ziemlich gut vorran - eben im afrikanischen Tempo! Die Buben, die wegen der Renovierung wie Sardinen in einem Raum auf Matratzen auf dem Boden schlafen, k├Ânnen bald wieder in ihre Zimmer zur├╝ck. Sie werden froh sein, da├č sie nun statt einer Toilette und Dusche vier benutzen k├Ânnen.

Bis die K├╝che, der Speiseraum und die Waschk├╝che fertig sind, werden wohl noch einige Monate vergehen. In unserer Gegend war die Ernte nicht gut, und somit kommen manche hungrige Menschen zu uns um Hilfe. Mit dem Stromausfall ist auch die Missionsm├╝hle betroffen. Am Montag waren wir ohne Maismehl und mu├čten die armem Tagessch├╝ler der Grudschule ohne Mittagessen wegschicken. Ich war dem Heulen nahe! Um Maismehl f├╝r die kommenden Tage zu haben, sind wir noch am sp├Ąten Nachmittag die 65 km noch Kwekwe gefahren, wo wir f├╝r 500.00 USD eine Tonne Maismehl kaufen konnten. In solchen Situationen sollte man wirklich von Allem etwas im Vorrat haben.

Jetzt mu├č ich aber Schlu├č machen, sonst erhalten Sie statt einem Brief ein Buch. Ich m├Âchte Sie wirklich nicht mit meiner Schreiberei langweilen!

Von Gro├č und Klein in Loreto ein herzliches Vergelt┬┤s Gott f├╝r alles was Sie f├╝r uns tun!

Gott segne Sie und alle ihre Lieben!

Ihre dankbare,


Sr. Julia Lenze O.P

2010

M├Ąrz 2010

 

 

Meine lieben Freunde in der Heimat!

"Selig ist, der des Armen und Bed├╝rftigen gedenkt; am Tag des Ungl├╝cks wird ihn der Herr erretten." (Ps. 40,2)


Diesen Satz las ich an dem Tag als, ich die Dez. und Jan. Ausz├╝ge von unserm Loreto Konto durch Sr. Ehrenfrieda erhielt. Ich war tief ber├╝hrt, als ich die vielen Namen sah, welche eine Spende f├╝r Hungernde und AIDS Waisen gespendet haben. Daf├╝r sage ich Ihnen ein herzliches Vergelt's Gott!


Seit ein paar Tagen bin ich in Bulawayo um meine Korrespondenz aufzuholen, und um mal wieder Kontakt mit meiner Familie aufzunehmen. Unser Telefon ist immer noch nicht repariert. Nachdem wir bei dem h├Âchsten Boss in Harare wiederholte Beschwerden eingereicht haben, kam neulich ein Herr von der zust├Ąndigen Zentrale (50 km von uns entfernt) und vergewisserte uns: " Wenn ich fertig hin k├Ânnt ihr ├╝berall hin anrufen, auch bis nach Amerika." Als er weg war, war das Telefon genau so tot wie zuvor.


Wir, im Busch sind besonders davon betroffen wie alles in Zimbabwe runtergewirtschaftet wird. Fast jeden Tag sind wir 12 - 24 Stunden ohne Strom und ab und zu bleibt er tagelang aus. Neulich haben wir einen Generator f├╝r 2000.00 USD gekauft, damit das Fleisch und andere Lebensmittel nicht verderben. Wir kaufen und schlachten ├Âfter ein St├╝ck Vieh und wenn unsere Kaninchen fett genung sind, m├╝ssen sie auch ihr Leben lassen und kommen in die Gefriertruhe.


Die Regenzeit hatte so sch├Ân angefangen, doch dann kam im Februar eine Hitzewelle , die den jungen Mais auf den Feldern und unser sch├Ânes Gem├╝se vertrocknet hat. Wenn kein Strom da ist, k├Ânnen wir auch keinen Garten bew├Ąssern. Viele Dorfleute m├╝ssen jetzt schon Hunger leiden. Dies ist ein Grund, da├č wir wieder mit der Schulspeisung angefangen haben. Mit unsern Waisenkindern zusammen kochen wir jeden Tag f├╝r 70-80 Personen. Im Freiheitskrieg haben wir viel Angst und Trauer durchlebt, doch mit was wir jetzt fertig werden m├╝ssen, ist einfach tyrannisch. Oft denke ich, da├č die Regierenden nicht bis drei z├Ąhlen k├Ânnen, denn sie zahlen Geh├Ąlter von 150.00 USD, schicken aber Stromrechnungen usw. f├╝r ├╝ber 200.00 USD. Wenn wir die Unterst├╝tzung aus Deutschland nicht bek├Ąmen, k├Ânnten wir unsere karitative Arbeit nicht fortsetzen. Wir sorgen ja nicht nur f├╝r unsere 38 Waisenkinder auf der Station , sondern untest├╝tzen auch unsere Arbeiter mit Familie und greifen manchem bed├╝rftgen Kind und alten Leuten unter die Arme.

Neulich kam ein Vater mit seinem Sohn, der bisher eine Au├čenstation-Schule besucht hat. In diesen Schulen lernen die Sch├╝ler wenig oder gar nichts, denn die paar staatlich angestellten Lehrer lassen die Kinder allein, w├Ąhrend sie durch private Besch├Ąftigung versuchen, ihr monatliches Gehalt von 150.00 USD aufzurunden. Der Junge ist in unserer Grundschule aufgenommen worden. Nat├╝rlich fehlten dem armen Vater die 18.00 USD Schulgeld, die er sofort zu bezahlen hatte. Gott sei Dank hatte ich gen├╝gend Geld in der Armenkasse um zu helfen. Dann kam er mit dem Jungen zur├╝ck und bat um Hefte und Kleidung. Mir sind die Tr├Ąnen gekommen als der Junge vor mir stand. Er war total unterern├Ąhrt, schaute mich mit traurig, eingefallenen Augen an, Hemd und Hose waren zerrissen, er war barfu├č und Seife kannte er auch nicht. Nach einer guter Dusche kam dann die gro├če Kleideranprobe. Mit jedem St├╝ck Kleidung das er bekam, strahlte er ├╝bers ganze Gesicht. Als er dann ein Paar passende Schuhe an dien F├╝├čen hatte, konnte er seine Freude nicht l├Ąnger zur├╝ckhalten. Er umarmte meine Helferin und sagte :"Das sind meine ersten Schuhe in meinem Leben." Solche Erfahrungen ermutigen uns immer wieder, auch diese hoffnungslosen Zeit durchzustehen.


Wir in Loreto schlie├čen Sie t├Ąglich in unser Gebet ein. M├Âgen Sie dadurch Gottes Segen und Kraft f├╝r jeden neuen Tag erhalten! Wir w├╝nschen Ihnen ein frohes Osterfest!

Ganz liebe Gr├╝├če, Ihre dankbare

Sr. Julia Lenze O.P.

2010

Januar 2010

 

 

Liebe Missionsfreunde!


F├╝r das Jahr 2010 w├╝nsche ich Ihnen Gottes Segen, Gesundheit und was man sich so f├╝r jeden neuen Tag an Sch├Ânem w├╝nscht. Ich finde, da├č die Weihnachtszeit heuer recht kurz war, dagegen haben uns die Vorbereitungen f├╝r das Fest manche Woche im Anspruch genommen. Gott sei Dank hatten wir gen├╝gend Sachen um vielen notleidenden Menschen und unsern Waisenkindern eine Freude zu machen. Der Container mit vielen Kleiderpaketen usw. traf im November ein. So war es leicht, die ├╝ber 200 P├Ąckchen und T├╝ten f├╝r verschiedene Gruppen zu packen, die wir jedes Jahr beschenken.

Am 17. Dezember hatten wir die erste Weihnachtsfeier mit den AlDS - Waisen und ihren Betreuern, sowie f├╝r arme Kinder und alte Leute aus den umliegenden D├Ârfern. Um 11 Uhr kamen wir in der Kirche zu einer hl. Messe zusammen. Dabei wurden viele verschiedene Bittgebete f├╝r unsere Wohhlt├Ąter zum Himmel geschickt. Nachher gab es ein deftiges Mittagessen, wof├╝r ein St├╝ck Vieh sein Leben lassen mu├čte. Gut gelaunt und ges├Ąttigt ging es dann mit vollen T├╝ten Lebensmitteln, Kleidung und Spielsachen in die D├Ârfer zur├╝ck. Einige Omas zeigten besonderen Dank indem sie uns ihre Enkelkinder vorf├╝hrten, denen wir als Babys durch gute Nahrung das Leben gerettet haben. Eine Frau, die w├Ąhrend der Hungersnot so unterern├Ąhrt war, da├č Sie kaum noch gehen konnte und den ganzen K├Ârper voll schwarzer Flecken hatte, freute sich da├č sie durch unsere Hilfe mit extra Nahrung und Vitamin Tabletten geheilt ist. Sie sieht jetzt wieder jung und sch├Ân aus.

Am Dienstag vor Weihnachten gab es eine sch├Âne Beschwerung f├╝r die alten Leute im Jairos-Jiri-Heim. Damit unsere Waisenkinder auch dabei sein konnten, mu├čten wir zweimal hin und her fahren. Da wurde getanzt und gesungen, was den Kindern und den Heimbewohnern viel Spa├č machte. Jeder der M├Ąnner und Frauen erhielten neue Kleidung und eine bunte, handgestrickte Wolldecke - ein Geschenk von einer Frauengruppe aus Deutschland. F├╝r unsere Angestellten gab es neben Kleidung, Fleisch und andere Lebensmittel, damit die ganze Familie um Weihnachtstag ein gutes Festessen hatte. Dorfleute brachten uns Ziegen und H├╝hner, die sie gegen Kleidung eintauschten, um Weihnachten im "neuen Staat" am Gottesdienst teilnehmen zu k├Ânnen.

Da wir nicht alle H├╝hner auf einmal schlachten wollten, hahen wir sie f├╝r ein paar Tage im Kaninchenstall untergebracht. Eine meiner t├Ąglichen Gewohnheiten ist, die niedlichen Tiere zu besuchen, zu streicheln und nach dem Rechten zu sehen. Nach einiger Zeit merkte ich, da├č sich "Blinde Passagiere" bei mir eingenistet hatten. Es waren H├╝hnerl├Ąuse, die sich auch an die kleinen Kaninchen rangemacht hatten. Da wurden die H├╝hner schnell gek├Âpft und die Kaninchen mit Puder behandelt. Bei mir sind sie so weggegangen, aber es juckt jetzt noch, wenn ich an sie denke. F├╝r unsere Kinder war diese Weihnacht besonders sch├Ân und aufregend. Neben allerlei Geschenken hatten wir f├╝r jede Altersgruppe einige Fahrr├Ąder, die auch im Container waren. Als sie die R├Ąder entdeckten, lie├čen sie alles andere liegen und stehen, um sie sofort auszuprobieren. Einige sa├čen mehr auf dem Boden als auf den R├Ądchen. Es mu├č eben alles erlernt werden.

Als alle die verschiedenen Bescherungen vorbei waren, g├Ânnten wir drei Schwestern uns vor der Christmette auch noch ein Verschnaufst├╝ndchen, um Seele und Leib zu st├Ąrken. So waren wir bereit, das gro├če Weihnachtsgeheimnis in der hl. Nacht bewu├čt mitzufeiern. W├Ąhrend der Messe wurden eine ganze Reihe Kleinkinder getauft. Unser f├╝nf Monate alter Tadenda war auch dabei. Der war so lieb und hat nicht einmal geweint.

Jetzt geht der Alltag wieder los! Zum neuen Schuljahr, welches am 12. Januar anf├Ąngt, m├╝ssen unsere Rangen noch ausstaffiert werden. Einige brauchen neue Schuluniformen, weil sie herausgewachsen oder zerrissen sind. Wenigstens kann ich manchen USD f├╝r Schuhe kaufen sparen, da fast f├╝r jedes Kind ein passendes Paar im Container war.

Durch Ihre unerm├╝dliche Unterst├╝tzung haben Sie im vergangenen Jahr dazu beigetragen, da├č wir auch unter gro├čen Schwierigkeiten vielen armen Menschen helfen konnten. Besonders Weihnachten 2009 wird diesen Leuten noch lange in Erinnerung bleiben. Hoffentlich halten sie ihr Versprechen, f├╝r unsere Wohlt├Ąter zu beten. Zusammen mit meiner Gro├čfamilie sage ich Ihnen heute ein ganz herzliches Vergelt's Gott! Wir w├╝nschen Ihren und allen Freunden und Mithelfern Gottes Schutz und Segen. M├Âge das Licht der Weihnachtsbotschaft Sie durch das neue Jahr begleiten und Ihr Herz weiterhin f├╝r Gott und seine Armen offen halten.


In herzlicher Gebetsverbundenheit gr├╝├čt Sie

Sr. Julia Lenze O.P.

2008

Januar 2008

 

 

 

 

 

 

 

2007

Dezember 2007

 

 

Liebe Freunde in der Heimat,

das Jahr 2007 ist uns am Davonlaufen und ehe es zu Ende geht, m├Âchte ich en die vielen, lieben Menschen denken, die so gut 70 uns hier in Loreto waren.

Was kann ich Ihnen von unserm sch├Ânen Land Zimbabwe erz├Ąhlen? Die wirtschaftliche "Talfahrt" h├Ąlt immer noch en, und es ist schwer zu sch├Ątzen, wie lange die noch weiter geht. Wir werden ├Âfter mit Versprechungen getr├Âstet, dass die Strom-Sperre bald vorbei sei, und da├č die Gesch├Ąfte die leeren Regale wieder aufstocken k├Ânnen. Leider ist die Wirklichkeit ganz anders: stundenlang m├╝ssen wir ohne Strom auskommen und in den St├Ądten steht man f├╝r Zucker, Maismehl und Diesel Schlange, wenn dies zu haben ist.

Fast t├Ąglich steigen die Preise und das Geld verwirrt einen wegen der vielen Nullen - da streikt sogar mein Taschenrechner ab und zu! Neulich kam ein Mann in den Laden und erkundigte sich nach dem Preis, die Antwort war "8 Millionen". Der Mann entschuldigte sich f├╝r eine Minute, ging zu seinem Auto und kam mit einer Tragetasche voll Banknoten zur├╝ck - je im Wert von $500.00 Dollar. Alle Leute hinter ihm mu├čten sch├Ân brav warten, bis der Verk├Ąufer das Geld per Hand gez├Ąhlt hatte. Auf dem Schwarzmarkt und in den Nachbarl├Ąndern kann man alles kaufen. Unsere Bulawayo Schwestern machen ├Âfter die 200 km lange Fahrt nach Botswana und bringen auch f├╝r uns Lebensmittel und Seife mit. So hatten wir nach Wochen mal wieder Mehl zum Brot backen. Unseren Arbeitern und Kindern fielen fast die Augen aus dem Kopf, als wir ihnen in der 10 Uhr Pause je zwei Scheiben Brot gaben.

Bittet, und ihr werdet empfangen! Nach 20 Jahren ist mein Gebet erh├Ârt worden. Am 1. 0kt. hat Sr. Julia, eine junge, afrikanische Schwester bei uns im staatlichen Krankenhaus angefangen. In ihrer Freizeit k├╝mmert sie sich um die Waisenkinder - von denen drei AIDS infiziert sind - um arme Grundschulkinder und alte Leute, welche die Behandlungsgeb├╝hren im Krankenhaus nicht bezahlen k├Ânnen. Die letzteren sind oft unterern├Ąhrt und leiden an verschiedene Hautkrankheiten. Somit ist Sr. Julia eine gro├če Hilfe f├╝r mich und ein Segen f├╝r viele - aber earbeitslos bin ich trotzdem nicht. Ich mu├č planen, da├č immer gen├╝gend Vorrat f├╝r meine Gro├čfamilie vorhanden ist.

W├Âchentlich m├╝ssen wir neue Namen auf die Liste f├╝r die Schulspeisung schreiben, da Kinder in der Grundschule wiederholt ohnm├Ąchtig werden. Die meisten kommen mit leerem Magen zur Schule und haben nur eine Mahlzeit am Tag. Vor einem Monat hat die private Organisation OXFARM in unserer Gegend angefangen, Maismehl, Bohnen und ├ľl an bed├╝rftige Familien auszuteilen. Seitdem kommen weniger hilfesuchende Menschen an unsere T├╝r. Viele Kinder aus den D├Ârfen kommen recht erb├Ąrmlich angezogen und ungewaschen zur Schule. Nach einem Bad werden sie neu angezogen und sie bekommen ein St├╝ck Seife aus Botswana. "Kleider machen Leute" das sieht man an den strahlenden Gesichtern!

F├╝r den 20. Dezember haben wir alle armen Leute und Waisen aus der Umgebung zu einer Weihnachtsparty eingeladen. Daf├╝r mu├č noch manches P├Ąckchen gepackt werden.
W├Ąhrend ich mich in Harare von Malaria erholte, haben Diebe in Loreto ein b├Âses Spiel getrieben . In drei Lehrerh├Ąusern wurden Radios, Kleidung und Wolldecken gestohlen und von unserm Bohrloch alle Schaltanlagen. Das ist in einer Nacht passiert, als wir mal wieder keinen Strom hatten und die ganze Station im Dunkeln lag. Um an die Sachen zu kommen. haben die Kerle ein Loch in den Gartenzaun geschnitten und das gro├če Sicherheitsschlo├č mit Gewalt aufgebrochen. Gott sei Dank hatte ich noch Ersatzteile und so konnte die Gartenarbeit weiter laufen. Neue, elektrische Teile sind in den Gesch├Ąften kaum zu bekommen - aber auf dem Schwarzmarkt, wo man sein Eigentum ab und zu wiederfindet und zur├╝ckkaufen kann!!!
 
Gestern, am Baby-Tag, brachte eine Frau drei neue Kinder. Die Mutter von dem j├╝ngsten Kind wurde nicht weit von hier beim Holzsammeln von ihrem Mann ermordet. Nach der Tat nahm er das von Blut bespritzte Baby, legte es an den Sta├čenrand und erh├Ąngte sich. Vor zwei Wochen starb die Schwester der ermordeten Frau, die zwei Buben hinterl├Ą├čt. Neben ihren eigenen Kindern k├╝mmert sich jetzt die junge Frau um ihre drei verwaisten Neffen. Nat├╝rlich helfen wir ihr dabei mit Nahrung und Kleidung. Die beiliegenden Fotos zeigen Ihnen wie die Kinder aussahen und wie sie gewaschen und neu angezogen nach Hause gehen konnten. ( Die drei Kleinsten sind die Weisen).

DAS LICHT LEUCHTET IN DER FINSTERNIS! Gebe Gott, da├č wir durch unser Helfen und Hiersein ein Licht anz├╝nden, wo die Hoffnung zu sterben scheint. Sie, liebe Freunde in der Heimat, haben mir immer wieder das Licht gezeigt in Wort, Tat und Aufmunterung. Daf├╝r will ich heute ganz herzlich danken.

M├Âgen Sie zu Weihnachten SEIN Licht sehen und SEINE Liebe erfahren und weiter verbreiten.

Wir alle in Loreto w├╝nschen ihnen ein frohes Fest und ein gutes Neues Jahr!

In Dankbarkeit gr├╝├čt und betet f├╝r Sie,

Sr. Julia Lenze O.P.

2007

Juni 2007

 

 

 Meine Lieben in der Heimat!

Endlich habe ich eine Verschnaufpause um Ihnen mal wieder zu schreiben. Zuerst ein ganz herzliches 'Dankesch├Ân" f├╝r Ihre st├Ąndige Unterst├╝tzung, sei es finanziell, durch Kleiderpakete oder durch Ihr Gebet. Alles ist eine gro├če Hilfe! Wir denken in unseren t├Ąglichen Gebeten an Sie und Ihre Anliegen. M├Âgen Sie immer Gottes Schutz und SEINE Liebe sp├╝ren. In den Osterferien hatten wir neben unseren Waisen weitere 16 Kinder aus Kwekwe hier. Da der Osterhase aus Deutschland auch in Loreto war, konnte ich den Kindern ihr trauriges Dasein ├Âfter vers├╝├čen. Schokolade aus Germany ist etwas ganz Besonderes. Wenn ich die Kleinen nicht h├Ątte, w├Ąre mein Hiersein oft unertr├Ąglich.

Die jetztige Lage im Land ist einfach chaotisch. Dazu kommen noch unvorhergesehene Probleme, die einen fast umwerfen. So die Verhaftung vergangener Woche von unserem besten und langj├Ąhrigen Arbeiter Mr. Lemon. Er hat sich an einer 12 Jahre alten Sch├╝lerin vergangen und das drei Wochen nach seiner kirchlichen Trauung mit seiner zweiten Frau. Lemon kannte sich an den Wasserpumpen und an allen Ecken aus. Jetzt mu├č ich mich um manche Sachen k├╝mmern, bis ich einen neuen Arbeiter gefunden habe. Die Strafe f├╝r so ein Vergehen sind bis zu 12 Jahre Gef├Ąngnis. Zur Zeit ist Lemon in Kwekwe in Untersuchungshaft. Wir m├╝ssen abwarten und sehen, wie es weitergeht. Am vergangenen Samstag bekamen wir Besuch von unserer Regionaloberin und Sr. Rosemary aus Harare. Wegen der Entfernung und Knappheit an Diesel finden nur wenige Besucher den Weg nach Loreto. So war der Aufenthalt der beiden wie gute Medizin f├╝r uns, zumal wir die Lemon Misere etwas vergessen konnten.

In den letzten Ferien habe ich die Haushaltungssch├╝lerinnen wie Jesus seine Apostel zu zweit in die D├Ârfer geschickt. Das wer nicht um zu predigen, sondern um Kleidung gegen Mais, Erdn├╝sse und H├╝hner einzutauschen. Da wir mit den steigenden Lebensmittelpreisen nicht Schritt halten k├Ânnen, mu├čten wir uns etwas einfallen lassen. Dieser Versuch hat sich wirklich gelohnt. Wir bekamen 14 Zentner Mais, einen Sack Erdn├╝sse und 33 H├╝hner. F├╝r das Federvieh mu├čten wir schnell einen alten Schuppen in einen H├╝herstall umbauen. Zwei der H├╝hner sitzen zur Zeit auf Eiern - somit ist f├╝r Nachwuchs gesorgt. Seit Anfang Mai sp├╝ren wir, da├č wir Winter haben. Die N├Ąchte sind recht kalt, aber noch ohne Frost. Hoffentlich werden wir in diesem Jahr davon verschont, denn die Bananenstauden und andere Obstb├Ąume haben sich noch nicht vom letzten Winter erholt. Alle unsere Waisenkinder sind gut f├╝r die kalte Jahreszeit ausger├╝stet. Jetzt verteilen wir warme Kleidung an arme Tagessch├╝ler, damit sie nicht frieren.

Da Zimbabwe nicht gen├╝gend Strom f├╝r sein Land erzeugt, sind wir an Nachbarl├Ąnder angeschlossen. Wahrscheinlich hat Mugabe die Rechnung nicht bezahlt, wof├╝r nun das ganze Land leiden mu├č. Der Strom wird ohne Warnung stundenlang abgestellt, ab und zu bis zu 20 Stunden. Wir Buschleute haben Gelegenheit drau├čen zu kochen, doch wir fragen uns, wie die St├Ądter ihre Mahlzeit gekocht bekommen. Schlimm ist der Stromausfall f├╝r die Krankenh├Ąuser. Unser Talent mu├čte 2 Tage warten bis sein Fu├č ger├Ântgt werden konnte, den er sich deim Sport vertreten hatte. Es war mein Plan, diese Post Sr. Agatha mitzugeben, die Pfingsten auf Heimaturlaub geflogen ist. Leider habe ich es nicht geschafft! Nun versuche ich, die Briefe als P├Ąckchen - via meiner Schwester - mit der Post zu schicken. Hoffentlich sind sie nicht zu lange unterwegs.

Mit diesen kurzen Loreto Nachrichten w├╝nsche ich Ihnen Gottes reichsten Segen!


Meinen herzlichen Dank nochmal f├╝r alles was Sie f├╝r uns tun, gr├╝├če ich Sie herzlich Ihre

Sr. Julia Lenze O.P.

2007

Januar 2007

 

 

Meine lieben Freunde in der Heimat,

nachdem die Weihnachtszeit vorbei ist, werden Sie wohl auf diesen meinen Brief warten. Christus, "das Licht der Welt" ist zu uns gekommen, inmitten von Angst Hunger und Bedr├Ąngnis, um uns Menschen Freude und Hoffnung zu schenken. Durch Ihre Bereitschaft, anderen zu helfen, waren auch Sie f├╝r viele Notleidende und Verzweifelte wie ein Licht in der Dunkelheit. Worte k├Ânnen die Dankbarkeit kaum ausdr├╝cken, die ich f├╝r Ihre Liebe und Gro├čherzigkeit empfinde und schulde.

Alle paar Wochen trafen Kleiderpakete ein - die fast immer noch andere ├ťberraschungen versteckt hielten. Oft war es wie ein Wunder, gerade die Sachen zu finden, die ich f├╝r die Aufnahme neuer Waisenkinder oder armer Menschen ben├Âtigte. Dank Ihrer Spenden, war meine Armenkasse im vergangenen Jahr nie leer. Zu Weihnachten und zum Schulanfang am 8. Januar, konnten wir manches Herz froh machen. Bei 38 Grad hatten wir eine lebhafte Weihnachtsbescherung f├╝r AIDS-Waisen und alte, arme Leute aus der Umgebung. Nach der Feier bekamen alle ein deftiges Mittagessen von Maisbrei, Gem├╝se und Fleisch. Das Fleischgericht war der H├Âhepunkt des Tages, denn die meisten haben das ganze Jahr hindurch kein Fleisch gesehen, au├čer sie fangen auf den Feldern eine e├čbare Art von M├Ąusen. Mit der untergehenden Sonne zogen unsre gro├čen und kleinen Freunde mit gef├╝llten Tragetaschen in ihr Dorf zur├╝ck. Manche von ihnen sahen wir in der Mitternacht-Messe im neuen Staat wieder.

Bei den alten Leuten am Jairos-Jiri-Heim haben wie am heiligen Abend mit einem Hochamt angefangen Weihnachten zu feiern. Unsere gr├Â├čeren Waisenkinder und einige Angestellte leiteten den Gesang. Dieser wurde ├Âfter mit einer "neuer, noch nie geh├Ârten" Stimme von den alten Leuten unterst├╝tzt. Die Behinderten im Rollstuhl waren so begeistert, da├č sie im Rhythmus "mittanzten". Am Schlu├č der Messe erteilte unser Priester allen die Krankensalbung. Nachdem die Seelen aufgetankt waren fing das Fest an. Es gab Brot, Marmelade, Orangensaft und noch etwas zum Schnuckern. Einige alte Leutchen f├╝hrten eine Modeschau vor - sie packten ihre P├Ąckchen aus und zogen die neue Kleidung ├╝ber ihre alten Klamotten an. Das gl├╝ckliche L├Ącheln dieser dankbaren Leute hat mich bis heute begleitet.

Wir Schwestern mu├čten Weihnachten und auch Neu-Jahr ohne Strom feiern, denn ein Gewitter hatte alle Leitergen lahm gelegt. Daf├╝r hat uns der Himmel mit sch├Ânen Schauern Regen gesegnet. Der Mais verspricht eine gute Ernte und in unserm Gem├╝segarten w├Ąchst zur Zeit auch alles wunderbar. Vor einigen Tagen konnten wir drei Zentner Kartoffeln ernten, wovon die guten verkauft werden und die nicht so gut geratenen kommen bei uns in den Topf. F├╝r unsere Waisenkinder brauchen wir gleich einen Eimer voll und das ist dann nur eine Beilage zum Maisbrei. Seit Januar ist unsere Kinderzahl um acht gewachsen. Vielleicht interessiert es Sie, f├╝r wie viele Kinder wir jetzt sorgen.

22 Jungen und M├Ądchen sind bei uns in Vollverpflegung. Davon besuchen zehn die Mittelschule und zehn die Grundschule. Priscilla und Viola, die beiden Kleinsten sind in der Obhut der Hausmutter, die dann mittags f├╝r die ganze Rasselbande kocht. 19 Kinder sind in verschiedenen Heimen oder zur Weiterbildung in der Haushaltungsschule/Handelsschule. 14 Dorfkinder besuchen die Loreto-Grundschule. F├╝r die meisten bezahlen wir das Schulgeld, B├╝cher und Schuluniform. Mittagessen haben sie gemeinsam mit unsern Kindern. Jetzt, wo alle f├╝r das erste Semester versorgt sind, kann ich endlich wieder normaler leben. Es war einfach eine Riesenarbeit bis jedes Kind mit allem N├Âtigen ausgestattet war. Die gr├Â├čeren M├Ądchen haben tagelang gesessen und ├╝ber 200 Hefte eingeschlagen und beschriftet. Meine Gehilfin und ich haben Kleider und Schuhe anprobiert und die Koffer f├╝r diejenigen gepackt, die am 8.Jan. in der neuen Schule sein mu├čten. Nun vertrauen wir alle Kinder Gottes Schutz an!

Vergangenen Mittwoch haben wir Sr. Mechtilde nach Harare ins Altenheim gebracht. Nach 14 Jahren Zusammensein war die Trennung f├╝r uns beide etwas traurig. Jetzt bin ich die einzige Wei├če auf der Station. Auf dem Weg nach Harare fuhren wir an zerst├Ârte H├╝tten und H├Ąuser vorbei. Mugabe hat erneut mit seiner S├Ąuberungsaktion angefangen. In unserer Gegend, wo die meisten ihren Unterhalt in den Goldminen und durch Gold graben verdienten, hat die Polizei vor Weihnachten eine Razia gemacht. An die 30 Polizisten sind auf die Leute los. Sie haben ihnen Sch├╝ppen und Eimer abgenommen und die M├Ąnner und Frauen, welche keine Papiere vorzeigen konnten, wurden verhaftet.

Viele Familien haben nun kein Einkommen und k├Ânnen deshalb die Kinder nicht in die Schule schicken. Wegen der st├Ąndigen Inflation mu├čten fast alle Schulen des Schulgeld erh├Âhen. In der Grundschule wurde es von $ 5.000 auf $ 29.000 hochgeschraubt. F├╝r die Tagessch├╝ler in der Mittelschule mu├čte ich f├╝r jeden Sch├╝ler $ 130.000 bezahlen. B├╝cher und Uniformen-was einfach ein "Mu├č" ist, kosten das doppelte. Im Januar habe ich f├╝r unsere Schulkinder $ 5.429.230,00 ausgegeben. Die Bank zahlt $ 6.327,00 f├╝r 1 Euro. Somit h├Ątte ich ├╝ber 16.000 Euro f├╝r die Sch├╝ler bezahlt. Ich habe aber auf dem parallel Markt das f├╝nffache f├╝r die kostbaren Scheine bekommen. Bestimmt verzeiht mir der liebe Gott diese S├╝nde.

Ihnen sage ich heute ein gro├čes DANKESCH├ľN f├╝r alle Geschenke und finanzielle Hilfe. Betend mit Ihnen verbunden, gr├╝├če ich Sie herzlich auch im Namen meiner vielen Anvertrauten, Ihre

Sr. Julia Lenze O.P.